00:00:05: Auch eine noch der Streaming Podcast.
00:00:08: Hallo ihr lieben Leute da draußen und herzlich willkommen zur.
00:00:15: Ihr hört den wahrscheinlich einzigen deutschen Podcast, in dem Streamingdienste und Mediatheken sowie Blockbuster-Serien und obscure kleine Dokumentationen sowie Fernsehspiele gleichberechtigt nebeneinander stehen.
00:00:27: Ab sofort sind wir wieder jeden zweiten Freitag für euch da, die Journalisten Jan Freitag und Erik Leimann mit in der Regel vier Themen.
00:00:36: Heute haben wir vier neue Serien aus vier Ländern bei vier verschiedenen Anbietern für euch und da sage noch mal einer, der Winter prächte keine Vielfalt.
00:00:46: Wir starten in Berlin mit der deutschen Agentenserie Anfamilie und wechseln dann aufs Eis der amerikanischen... Eishockey Profiliger mit der maximal gehypten kanadischen Serie Heated Rivalry bei HBO Max.
00:01:01: Danach geht es zurück nach Europa, besser gesagt an dessen Rand, nach Island, mit der Arte-Serie The Danish Woman.
00:01:08: und schließlich haben wir noch seit langer Zeit mal wieder eine Superhelden-Serie aus dem Stalle Marvel und damit bei Disney Plus im Programm.
00:01:16: Viele Leute sagen jedoch Wonder Man, eine Serie die in der Schauspielerszene von Los Angeles wäre die unmarveligste Serie die Marvel jemals gemacht hat.
00:01:27: Deshalb wir uns diese ja ein bisschen merkwürdige US-Serie einmal genauer anschauen.
00:01:33: Doch erstmal begrüße ich meinen offen als Journalist in Hamburg lebenden Podcast-Partner Jan Freitag.
00:01:41: Hallo, lieber Jan.
00:01:42: Schönen Dank für die Einladung.
00:01:45: Offen in Hamburg lebend.
00:01:46: Damit spiele ich natürlich auf unsere erste Serie heute an Anfamilie.
00:01:51: In der spielen Felix Kramer und Susanne Wolff.
00:01:54: Das sind die Schauspieler-Klarnamen.
00:01:57: Ein Agentenpaar mit Fake-Identität als Restaurantbetreiber in Berlin.
00:02:03: und meine Eingangsfrage an dich lautet, wenn du untertauchen müsstest mit neuer Identität und neuem
00:02:10: Beruf.
00:02:12: Wo und als was würde ich dich dann finden?
00:02:15: Oha, also es ist tatsächlich so, dass ich, wenn ich untertauchen würde, dann kann ich mir das überhaupt nicht so schön zurechtromantisieren oder so was, weil ich mir das nur vorstellen könnte in einem totalitären System, in dem meine Meinung unterdrückt wird oder als feindlich angesehen wird.
00:02:30: Deswegen kann ich nur hoffen, dass ich so jemanden finde wie Hans Rosenthal in diesem wunderbaren Gleichnamen Biopic.
00:02:38: von Florian Lukas gespielt, die in so einer relativ süßen Gartenkolonie bei einer sehr, sehr süßen Frau unterkommt, die ihn da irgendwie drei Jahre lang durch den Nationalsozialismus schleppt.
00:02:48: Das wäre so ein bisschen mein Wunsch, dass sich jemanden findet, der mich einigermaßen sorgsam und pfleglich unterbringt, ein bisschen Liebe zeigt dabei und so was.
00:02:56: Aber ansonsten kann ich mir das echt schlecht vorstellen.
00:02:58: Ich würde auf jeden Fall, glaube ich, keinen Restaurant betreiben, weil ich einfach nicht gut kochen kann.
00:03:03: Ja, dann geht's dir ganz anders als diesem Menschen in der Serie.
00:03:11: Bei DWDL, die Schlagzeile gefunden, der Spion, der aus der Küche kam von einem gewissen Jahren Freitag.
00:03:17: Natürlich wie immer, wenn ich sehe, dass du über was geschrieben hast, worüber wir danach noch sprechen, habe ich den Artikel natürlich nicht gelesen.
00:03:25: Aber ich fand es auf jeden Fall schon mal eine schöne Überschrift.
00:03:28: Wir haben sowieso heute eine Folge, wo wir sehr viele schöne oder auch zumindest merkwürdige Headlines haben, die ich zitiere.
00:03:38: Aber ja, die Anspielung auf John Le Carré, ne?
00:03:41: ist das, glaube ich, der Spinner, der aus der Kälte kam.
00:03:43: Ich
00:03:43: wusste es selber.
00:03:44: Das klingelt ja bei mir so.
00:03:45: Deswegen habe ich es tatsächlich
00:03:46: so, dass meine
00:03:47: Überschriften normalerweise kommen.
00:03:48: Meine Überschriften immer gar nicht.
00:03:49: Ich mache immer Vorschläge und das ist diesmals geklappt.
00:03:52: Sehr schmeichelhaft, vielen Dank an DWDL.
00:03:55: Was ich ja witzig finde an diesen vier Serien, die wir haben, es geht ja bei allen so ein bisschen ums Untertauchen.
00:03:59: Das sind ja alles.
00:04:01: Alle Protagonisten halten etwas hinterm Berg, was ihre Existenz prägt.
00:04:05: Also sowohl bei einem Familiar als auch bei Heated Rivalry und bei dieser Superkraft von Wonder Man.
00:04:12: Das ist auch so, dass er damit besser nicht irgendwie hausieren geht.
00:04:15: Denn es ist sowieso sowieso so ein Elite-Soldat.
00:04:16: Das finde ich ganz eine ganz interessante Klammer, die wir aber rein zufällig gewählt haben oder so.
00:04:21: Augen drauf gehabt.
00:04:22: Nein,
00:04:23: sie wird mir in diesem Moment klar, indem du sie ansprichst, aber am meisten untergetaucht wird tatsächlich bei Anfamilie.
00:04:30: Das ist seit Langem, seit Langem war Zeitmal wieder eine große deutsche Netflix-Serie mit sechs Folgen.
00:04:37: Sind alle am fünften Februar rausgekommen, die sind so zwischen neun, vierzig und achtundfünfzig Minuten lang und sind wie gesagt alle verfügbar.
00:04:46: Worum geht's in Anfamilie?
00:04:48: Es geht um zwei Abgetauchte.
00:04:49: Ich glaube, dass es Das wird glaube ich nie ausdefiniert, aber die kommen so aus dem früheren BND-Kosmos, also Bundesnachrichtendienst.
00:05:01: und gelken als tot bzw.
00:05:04: verschollen und sind so abgetaucht, ich habe es ja schon angesprochen, in einem Berliner Restaurants, ein bisschen so ein Schicky-Restaurant, aber jetzt wieder besonders edel, noch besonders rough.
00:05:16: Ein Safehouse nennt sich das für erkennten befreundeter Geheimdienste betreiben, also sozusagen im Keller ihres Restaurants, Merritt und Simon häusen die beide.
00:05:25: Und dann passiert das, was halt immer passiert in solchen Geschichten, ihre Vergangenheit holt die beiden ein.
00:05:30: Und zwar in Gestalt ihrer sechzehnjährigen Tochter, was genau das damit auf sich hat.
00:05:34: Also die Serie beginnt mit dem sechzehnten Geburtstag von dieser, wie heißt sie, Lena oder sowas?
00:05:38: Nina,
00:05:39: glaube
00:05:39: ich.
00:05:39: Nina, ja.
00:05:41: Hat mit einer rätselhaften Russin zu tun, die von Natalia Berlitzki gespielt wird, deren Ex-Freund oder was auch immer, der gleichzeitig so in der Agentenblase in Berlin zu tun hat, der wiederum von Samuel Finzi gespielt wird.
00:05:54: Das ist auch ein Spitzen-Schauspieler für solche Figuren.
00:05:58: Und wieder... Titel schon andeutet.
00:05:59: Mir ist es erst nach einer Weile aufgefallen, dass an Familie auch der Begriff Liar steckt, also Englisch für Lügner.
00:06:07: Geht es dabei viel um Schuld und Sühne und darum, was man vor seinen Liebsten oder vor anderen Menschen verbirgt, hat alles viel mit dem Schatten der Weltgeschichte zu tun, der auf diese Geschichte einwirkt, weil das alles halt irgendwie so knapp zwanzig Jahre zuvor eignet, was die Ereignisse von heute wiederum prägt und sowas.
00:06:28: Das wäre dann also jetzt so eine klassische Agenten-Story oder sowas, aber so seine Wolfernfetiges Krammer als Hauptfiguren, also als dieses Paar, das dieses Restaurant betreibt, die machen diesen Friller gleichzeitig auch zu sowas wie eine Meditation über das Altern, finde ich.
00:06:45: Also das Altern im Actionfach und das Altern in einem Beruf, der sehr, sehr körperlich ist und wo das Altern normalerweise schwierig ist, so Stichwort The Old Man.
00:06:53: Wollte
00:06:53: grad sagen, da sind wir ja wieder beim... aus deinem Munde meiner Lieblingsserie, war sie überhaupt nicht stimmt?
00:06:59: Nee, eine
00:06:59: Serie, die du gut fandst.
00:07:00: Eine Serie, die ich gut fand, zumindest die ersten Folgen fand ich grandios, später hat sie ein bisschen nachgelassen.
00:07:06: Aber ich komme auch später nochmal auf die Old Man zu sprechen,
00:07:08: übrigens
00:07:09: bei Disney.
00:07:10: Ja, eben auch bei Disney.
00:07:11: Und es geht aber auch eben um diese Suche nach Geborgenheit im Verborgenen sozusagen.
00:07:14: Die wollen, die sind auf der Suche nach einem guten Leben, werden aber immer wieder reingezogen in ihr altes Leben, was halt weniger gut beziehungsweise aufregender war und sowas.
00:07:23: Und das ist von, erkanntest du vorher Paul Coates?
00:07:26: Also, nee, ich dachte auch erst wieder an einen Pseudonym.
00:07:31: Aber der Typ hat irgendwie, also das ist der Autor und Showrunner in dieser Geschichte.
00:07:37: Lena Druff ist der hauptsächliche Recherseur neben Philipp Leinemann.
00:07:42: Aber ich denke schon Paul Coates oder Paul Coates, wie auch immer, wenn man ihn ausspricht.
00:07:48: ist ein bisschen der Ideengeber oder der Macher dieser Serie.
00:07:52: Er hatte auch mit Barbaren zu tun.
00:07:54: Die hatten
00:07:55: ganz viele mit Barbaren zu tun, die waren daran beteiligt.
00:07:57: Weil es auch
00:07:57: dieselbe Produktionsfirma Goumont ist.
00:08:00: Genau, ja.
00:08:01: Und das ist so dieser Pro-Codes, zu dem ich leider gar nichts sagen kann.
00:08:05: Ich habe auch keine Referenzformate außer Barbaren gefunden, wo er halt irgendwie so sichtbar geworden wäre.
00:08:12: Der zieht durch diese beiden Figuren, so seine Wolfen, Felix Krammer, zieht ja ganz viel Testosteron aus, diesen Macker-Genre-Agent-Thriller raus.
00:08:20: Und das finde ich so als erste kleine Wertung in unsere Runde geschmissen, sehr interessant an dieser Serie.
00:08:25: Du meinst, dass die beiden Hauptfiguren... untypische Agenten sind.
00:08:30: Die haben sehr viel mit sich selbst zu tun, sehr viel mit ihrem eigenen Leben, sehr viel mit damit, dass es halt so eine Lüge unter diesen beiden mit in dieser Beziehung schwebt, die sie aufarbeiten müssen.
00:08:41: Interessant daran ist auch, dass Susanne Wolff, also bzw.
00:08:43: diese Merritt eine sehr viel taffere Kämpferin ist als ihr Mann.
00:08:47: Also Felix Krammer spielt seinen Simon sehr bedächtig, sehr nachdenklich, teilweise fast ein bisschen bedrückt.
00:08:54: Und sie
00:08:55: ist das größere Badass.
00:08:56: Sie
00:08:56: ist auch ein ganz schönes Badass.
00:08:58: erst und das zeigt sich auch ganz am Anfang, wo halt irgendwie so ein komischer, so ein komischer Typ kann ich sagen, weil es ganz am Anfang passiert, sich ins Bein schießt und sich sozusagen rein sneaked in dieses, in dieses Safehouse-Gespiel von Aaron Alteras, den ich, den könnte ich beim Schweigenstunden lang zugucken, ich liebe den so sehr.
00:09:16: Und das ist halt so, es ist, es ist eine Geschichte, die möchte gerne in diesem Genre spielen, die, das ist eine Genre, eine Genreserie, die dieses Thema sehr, sehr intensiv beackert, aber sich darin gar nicht so wahnsinnig ernst nimmt, habe ich das Gefühl.
00:09:31: Ja, mit dem Ernst nehmen ist so eine Sache.
00:09:32: Also erst mal müssen wir sagen, dass, ähm, also Agentenserien, die gleichzeitig auch eine Beziehung zwischen dem Paar, also Ehepaar oder so verhandeln, ist ja nicht ganz neu.
00:09:45: Einmal gibt es die Americans, ja, Mr.
00:09:48: and Mrs.
00:09:48: Miss ist die andere Geschichte, wo ja durchaus auch mit, äh, Mit Härte und Weichheit, also weil Agenten ist ja Patsch immer, erwartest du knallharte Charaktere.
00:09:59: Da müssen ja Leute sein, die maximal robust sind gegen jede psychodynamische Erschütterung, sag ich jetzt mal.
00:10:06: Und auf der anderen Seite, wenn du das natürlich mischst mit Menschen, die eine Liebesbeziehung führen, da ist natürlich ein ganz großer Clash zwischen der Aufgabe.
00:10:17: Und der Psychologie, der Dynamik in der Beziehung ist natürlich vorprogrammiert.
00:10:22: Und Mr.
00:10:23: and Mrs.
00:10:23: Smith arbeitet, sag ich mal, auch so ein bisschen auf eine sehr intelligente Art humoristisch mit dieser Idee.
00:10:32: Also wir reden jetzt von der Serie, nicht von diesem etwas beschreuerten Film mit Brad Pitt und Angelina Jolie.
00:10:39: Und The Americans macht das eher auf einer Drama-Ebene.
00:10:45: Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich diese Serie, die übrigens sehr gute Kritiken bekommt, also Süddeutsche Zeitung, Voll des Lobes, Spiegel online, habe ich mir ein paar Sachen rausgeschrieben, kann ja gleich noch mal zitieren, was die so schreiben.
00:11:00: Ich bin mir nicht so sicher, ob ich die Serie wirklich gut finde.
00:11:02: Also erstmal... muss ich sagen, sie ist super besetzt.
00:11:06: Felix Kramer, Susanne Wolff, das sind so Leute, die kennen Menschen wie wir, die viel Fernsehen gucken, wissen, das ist ein exzellente Darsteller.
00:11:16: Aber die, also jetzt hier in diese Hauptrollen rein zu hefen, ist schon mal ein Kuh.
00:11:20: Aber auch die ganzen Nebenfiguren.
00:11:23: Du hast Samuel Finzi schon erwähnt, Natalia Berlitzki, Andreas Pietzschmann spielt mit immer auch eine sichere Bank.
00:11:30: Henry Hübchen ist dabei, dann gibt es so zwei jüngere Agentinnen, gespielt von Zainab Saleh und Sina Martens.
00:11:39: Lawrence Rupp spielt so ein bisschen so ein Knalltüte irgendwie so als BND-Chefchen.
00:11:47: Das sind super, das ist ein super Casting.
00:11:50: Und das sieht auch super aus, die Serie.
00:11:53: Das ist alles hochwertig.
00:11:54: Berlin ist wieder super in Szene gesetzt als Agenten.
00:11:57: Hauptstadt, Welthauptstadt Nummer eins.
00:11:59: Ich denke mal ganz klar auch auf ein internationales Publikum produziert das Ganze.
00:12:04: Aber... Der Plot ist schon wild, muss ich sagen.
00:12:08: Also ich gehe da nicht immer mit.
00:12:10: Ja,
00:12:10: aber das ist ja also ein Agentenstoff, der für sich nicht in Anspruch nimmt, ein bisschen wilden Plot zu inszenieren.
00:12:16: Ein bisschen ist ja was anderes.
00:12:17: Naja, aber das ist also, ich glaube, alles was wir weltweit in allen Formaten, in allen Fiktionen über das Agenten-Business sehen, ist alles, es ist noch viel, viel... von der Realität abgewandt als Krimi, als alles was halt in Medicals spielt und so weiter.
00:12:34: Ich glaube, Geheimdienstarbeit ist sehr, sehr viel Hocken am Computer.
00:12:37: Ja.
00:12:38: Und das hat man ja zum Beispiel in dieser Serie gesehen.
00:12:42: Also man hat es in Homeland Four gesehen, wo viel Action ist, aber eben auch einfach wahnsinnig viel Analysterei an so großen Bildschirmen wenden.
00:12:52: Es ist einfach... Dieses Genre wird unglaublich überhöht seit nur nur sieben.
00:12:56: Und seit es man so gab, wahrscheinlich vorher auch schon tausend Agentenstoffe, die halt irgendwie so was wie ein Knatterton oder sowas, die halt irgendwie einfach sich ein Bild zeichnen wollten, wie man sich das vorstellt und wie man es entertainen, entertain gestalten wollte.
00:13:09: Ich glaube, dass diese, die die fiktionale Agentenwelt hat nichts mit der realen zu tun.
00:13:14: Und deswegen sind die immer drüber.
00:13:15: Also die haben immer, dass sie sind strukturell drüber.
00:13:17: Und deswegen finde ich es an dieser Geschichte, also eben von Lennart Ruff und Philipp Leinemann inszeniert.
00:13:22: Auch so interessant, dass sie mehr... Wert auf Tiefe legen, also auf menschliche Aspekte legen als andere Serien.
00:13:28: Und gleichzeitig aber, das finde ich fast schon, also vielleicht interpretiere ich das über, das weiß ich nicht genau, aber gleichzeitig kontakarieren Sie das mit so einer radikale überfrachteten Ästhetik.
00:13:38: Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, ich habe leider nur drei Folgen gesehen bislang, weil die anderen scheinig freigeschalten.
00:13:42: Ich
00:13:42: habe heute Morgen noch eine vierte, die vierte Folge gesehen, weil seit gestern vom Tag unserer Aufzeichnung ist die Serie komplett weggekommen.
00:13:50: Das ist gut, ja, dann kannst du vielleicht noch was erzählen, ich erwarte noch radikale Wendungen.
00:13:54: Also Plot Twist.
00:13:54: Weißt du aber nicht, ob die kommen, würde ich euch natürlich auch nicht erzählen.
00:13:58: Kommt schon in der vierten Folge.
00:13:59: Kommt schon in der vierten, siehst du dann.
00:14:00: Wieder ein
00:14:01: ordentlicher Plot Twist.
00:14:02: Aber ich finde tatsächlich, die übertreiben das so radikal, dieses Berlin-Überzünszenen.
00:14:08: Es ist tatsächlich so, dass diese Stadt ist... Sowohl menschenleer als auch unbeleuchtet.
00:14:12: Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist.
00:14:14: Es gibt wirklich Situationen, in denen sie abends, das spielt eher so in einer herbstlich-winterlichen Atmosphäre, wo sie abends halt irgendwie durch Berlin, diese Stadt ist immer beleuchtet, diese Stadt ist immer knallhell.
00:14:23: Siehst du vom Weltall aus.
00:14:25: Dieses Stockdunkel in den Fenstern ist kein Licht.
00:14:28: Es gibt irgendwie so eine Schießerei an so einem Flughafen, wo nichts passiert.
00:14:32: In Tegel, genau.
00:14:33: Es passiert da nichts.
00:14:34: Es sind keine Menschen.
00:14:35: Es kommen keine Kops vorbei.
00:14:36: Also die schießen da ungefähr achthundert Mal und bist du das erste Martinshorn hörst, dauert das halt irgendwie so geschlagene vierenhalb Minuten oder sowas.
00:14:44: Und ich glaube, dass die das sehr, sehr bewusst gemacht haben, diesen Kontrast zu setzen, also dieses radikal runtergedimpte, dieses völlig überinszenierte, also so in der alten Dark-Schule, also mit Jantje Friese und Baran Bo Oda, ausnahmsweise mal die hier an ausnahmsweise nicht beteiligt waren jetzt bei Netflix.
00:15:03: Das ist tatsächlich so ein Graben, den die aufschütten oder den sie aufgraben.
00:15:09: über den ich sehr gerne rübergehe, weil ich die ganze Zeit das Gefühl habe, das ist doch alles quatsch hier und dann sehe ich aber wie die Mensch miteinander interagieren und kriege mir das Gefühl, ah ja ok, so stelle ich mir tatsächlich einen Agenten in seinen alltäglichen Aushandlungen, so kurz nach der oder ein paar Jahre nach der Zeit, wo sie noch aktiv waren vor und deswegen finde ich diese Serie in ihrer Brüchigkeit so stimmig.
00:15:29: Ja, also... Diese Szenen, diese leisen Szenen zwischen den Eheläuten, die ja lustigerweise teilweise während Verfolgungsjagden stattfinden.
00:15:37: Also die verhandeln schon mal auch ihre Beziehung während sie von drei, keine Ahnung, SUVs durch Berlin gejagt wird.
00:15:45: Übrigens die Action relativ gut inszeniert.
00:15:47: Die
00:15:47: langsamsten Verfolgungsjagden, die ich glaube ich jemals gesehen habe, die leisesten und langsamsten, die ich hier gesehen habe, das passiert total wenig dabei.
00:15:54: Was meinst du?
00:15:55: Hinter dir sind irgendwie drei schwer bewaffnete Gangs in irgendwelchen Riesen.
00:15:59: Riesengelände wagen.
00:16:01: Und die verhandeln zwischendurch nochmal kurz eben ihre Beziehung.
00:16:04: Das fand ich total spannend.
00:16:05: Aber die ganze Beziehungsebene haben ja alle Leute irgendwie was miteinander zu tun.
00:16:08: Ist wirklich radikal über über.
00:16:12: fragt mit mit Plot Ideen und so.
00:16:16: Und deswegen, ich hatte teilweise einfach Probleme, damit denen das abzukaufen.
00:16:22: Da reicht es mir einfach nicht, wenn ich jetzt sage, ja, das ist doch sowieso alles Meter und drüber und so.
00:16:29: So sehr ich Lust habe, in diese Figuren von Felix Kramer und Susanne Wolf mit einzusteigen, weil die eine tiefsinnige Beziehung miteinander haben.
00:16:39: das so mehr werde ich immer wieder rausgerissen, weil dann auf einmal wieder kommt näher und dann taucht der auf einmal auf und der will den umbringen und so.
00:16:47: Also ich fand es gerade nach der dritten Folge, da habe ich schon fast ein Disaster-Urteil gefällt, weil ich finde die ersten beiden Folgen gehen auch, dass das zwar alles ein bisschen konstruiert, aber es ist noch in Ordnung.
00:17:00: Und gerade, es gibt eine große Action-Szene am Ende der dritten Folge, das waren ja die drei Folgen, die den Journalisten vorher zur Verfügung gestellt haben.
00:17:08: Und danach dachte ich, alle Figuren verhalten sich unlogisch.
00:17:12: Es ist megakonstruiert.
00:17:14: Gott sei Dank fängt das die vierte Folge, die ich jetzt noch gesehen habe, wieder ein.
00:17:20: Und ich werde mir die Serie auch zu Ende angucken.
00:17:24: Aber ich hatte wirklich immer Probleme damit, denen das abzukaufen.
00:17:28: Okay, ist das witzig.
00:17:29: Also es ist auch teilweise witzig, wie wir beiden in unsere Bewertungen auseinandergehen.
00:17:36: Und das, und das halt so, so diametral entgegengesetzt dessen, was wir bei anderen Serien wiederum gut und schlecht finden und so was.
00:17:41: Wir sind da echt, wir sind einfach nicht konkurrent, Leute.
00:17:43: Ich hoffe, ihr nehmt uns.
00:17:45: Das ist ja auch in Ordnung.
00:17:46: Ich musste, weißt du was, es gibt ja wilde Plots und das ist, man kann die trotzdem ab, den abkaufen.
00:17:52: Kannst du dich noch an diese Serie erinnern, euer Ehren mit Sebastian Koch, die wir hier mal besprochen haben.
00:17:57: Genau, diesmal, diesmal mit, mit Brian Cranston als
00:18:01: Original-O-Serie und die eigentlich aus Israel kommt.
00:18:03: Ja,
00:18:03: aus Israel, stimmt.
00:18:04: Ja, genau.
00:18:05: Ich weiß noch genau, wie toll ich diese Serie fand, weil du diese persönlichen Verstrickungen, um die es in diesen Thrillerplot, das war auch ein Thrillerplot, ging, total nachvollziehen konntest.
00:18:18: Du konntest bei jeder Figur, wusstest du genau, warum die sich jetzt so verhält und warum die jetzt in diesen Dilemma steckt und wie schwer das wiegen muss und was man... warum sie vielleicht dies und das überlegt zu tun.
00:18:32: Und genau das hat mich damals so wahnsinnig reingezogen.
00:18:36: Und das ist genau das, was mir hier komplett fehlt, trotz der großartigen Schauspieler.
00:18:39: Ja,
00:18:39: aber das ist, ich finde die schwer zu vergleichen, weil das eine ganz, ganz klare moralische Konstellation ist bei euer Ehren damals.
00:18:45: Ein Richter, der für den das Recht alles ist, sein Sohn gerät auf die schiefe Bahn und er kommt in Konflikt, reiß ich, hol ich ihn raus oder nicht?
00:18:52: Genau.
00:18:52: Mit meinen Möglichkeiten, finde ich eine ganz, ganz, eine glasklare Zuspitzung auf ein moralischen Konflikt.
00:18:57: Und hier gibt
00:18:57: es hier... Hier
00:18:58: hast du theoretisch
00:18:59: zwanzig moralische Konflikte dieser Größenordnung und das ist mir einfach too much.
00:19:04: Genau.
00:19:05: schon überfrachtet in vielerlei Hinsicht und so.
00:19:07: Und sie will, glaube ich, aber auch tatsächlich überfrachtet sein.
00:19:09: Es gibt dann auch noch so diese Nina, die Tochter, die hat dann auch noch Love Issues und die hat auch noch... Und die ist mit
00:19:14: sechzehn schon, legt sie schon als DJ in einem großen Club auf, einfach weil eine Berlin-Serie fürs internationalen Publikum braucht auch Club und DJ, genau wie sie diesen typischen Shot braucht, wie sich irgendwelche Leute auf einem Ausflugsboot... auf der Spree treffen, wo im Hintergrund diese Oberbaumbrücke zu sehen
00:19:34: ist.
00:19:34: Das muss auch in jeder Berlinsäge drin sein.
00:19:36: Vielmehr auch tatsächlich, aber es muss ein DJ, man sagt nicht DJ'n, also man, es muss auch ein weiblicher DJ dabei sein.
00:19:43: Das ist tatsächlich, ist ein bisschen konstruiert.
00:19:45: Gibt es, also gibt es, es gibt vierzehnjährige, die halt große Raves bespielen und so was.
00:19:50: Es ist nicht inexistent, aber es ist natürlich, wenn man sich diese ganzen, diese ganzen Konflikte und Probleme und Sorgen und Nöte und dieser Leute hier anschottern ist.
00:19:58: ist das noch einmal, noch mal was obendrauf, was halt irgendwie bei Berlin zum Standard gehört.
00:20:02: Dafür machen sie diese Stadt komplett menschenleer und dunkel.
00:20:06: So, ne?
00:20:06: Also bürsten das wieder gegen den Strich.
00:20:08: Ich finde die Serie in sich einfach.
00:20:10: nach den ersten drei Folgen, die ich gesehen habe, finde ich sie sehr unterhaltsam.
00:20:13: Ja, sie
00:20:14: ist auf jeden Fall verarsert.
00:20:14: Ich finde sie gut gespielt.
00:20:15: Ich finde es auch witzig, dass Lawrence Rupp, der eigentlich, glaube ich, sogar einer der besten Schauspieler in dieser Serie ist, eine totale Kneilte, der spielt auch wirklich doof.
00:20:23: Ich finde das auch, ich kauf ihm auch seine, seine, seine Unsouveränien.
00:20:28: überhaupt nicht ab und so was.
00:20:29: Aber die soll auch wieder kontakarieren, wie diese Junge von Zeynep ...
00:20:35: Zeynep oder Zeynep?
00:20:36: Ja, Zeynep gespielte Nachwuchs-BND-Agentin, wie die ihm halt mal zeigt, wo der Hammer hängt und so was.
00:20:43: Das soll auch ein bisschen so ein Kontrast bilden und so was.
00:20:47: Ja, bei der Typ als Chef ist wirklich eine total unfassbar unglaubwürdige Figur.
00:20:51: Völlig unglaubwürdig, aber ich glaube einfach die wollen halt immer wieder ... Konfliktsituationen aufzeigen, die sich in diesem Kontext abspielen.
00:20:59: Und ich finde, das machen diese Leonard Ruff und Philip Leinemann.
00:21:03: in der Inszenierung dessen, was sich in dieser Bubble, ist ja wirklich eine Bubble, abspielt, finde ich das einfach, ich finde das a-originell.
00:21:13: Und ich finde es B auch einfach wahnsinnig unterhaltsam.
00:21:16: Also deswegen war ich da gut aufgehoben in dieser Serie.
00:21:18: Also ich glaube, ich sehe die Serie mit am kritischsten, weil, also wenn sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch der Spiegel als zwei Qualitätsmedien schreiben, also Spiegel in Oliver Käver schreibt, endlich hat sich die deutsche Netflix-Abteilung mal wieder was getraut.
00:21:32: Die Serie an Familie zeigt ein düsteres Berlin, das von Schurken und Spionen bevölkert ist.
00:21:38: Und die Süddeutsche schreibt, so rasant war eine deutsche Serie selten.
00:21:42: auf Netflix ist dank brutaler Action und präzisem Schauspiel ein Agententrame auf höchstem Niveau.
00:21:49: Also scheint gut anzukommen und ich glaube ich habe sie auch heute Morgen schon in den Top Charts gesehen bei Netflix.
00:21:58: Schaut es euch an, ist sehr unterhaltsam und vielleicht haben ja nicht alle Leute so große Probleme mit der überfrachteten Konstruiertheit der Serie, wie ich.
00:22:09: Ja, damit kommen wir zu einer anderen Serie, die sehr, sehr erfolgreich ist.
00:22:14: Nämlich Heated Rivalry in Deutschland zu sehen.
00:22:20: Sechs Folgen, ah, vierzig bis fünfzig Minuten ab dem sechsten Februar.
00:22:26: Bei HBO Max.
00:22:28: Ich glaube aber sogar, dass man die Serie kostenpflichtig auch über andere Anbieter wie zum Beispiel RTL Plus und ich glaube auch Amazon abrufen kann, wenn man jetzt mit HBO Max nichts zu tun hat.
00:22:41: Hast du mal was von den Streamingdienst Crane gehört?
00:22:44: Ja, das ist ein kanadischer
00:22:45: Streaming.
00:22:45: Ja genau, die Serie ist eine kanadische Serie und es gibt ein kanadischer Streamingdienst.
00:22:50: der die produziert hat, wo sie auch in Kanada läuft und für USA und viele andere internationale Märkte hat sich das HBO Max gesichert, aber HBO ist nicht der eigentliche Produzent dieser Serie.
00:23:06: Ja, worum geht's?
00:23:07: Wir lernen zu Beginn zwei junge Icehockey-Talente kennen, die als Rookies in die beste Profiliga der Welt die amerikanische NHL, die aber hier irgendwie anders heißt, eintreten.
00:23:20: Es geht um den Kanadier Shane Hollander, gespielt von Hudson Williams und den Russen Ilja Rosanoff, gespielt von Connor Story.
00:23:28: Das sind zwei junge, sehr hoffnungsvolle Talente und sie werden gedraftet von den Montreal Matros, die in echt aber die Montreal Canadiens sind.
00:23:43: und der andere, nämlich der Russe, von den Boston Raiders, die in Wirklichkeit Boston Bruins heißen.
00:23:50: Also wir sehen schon, man musste immer so ein bisschen mit anderen Namen arbeiten, auch die Liga heißt anders.
00:23:56: Abseits des Eises entwickelt sich zwischen diesen beiden sehr schnell eine leidenschaftliche, aber geheime Beziehung.
00:24:06: Und dann begleiten wir diese Profi-Sportler.
00:24:12: die eben eine verborgene, schwule Beziehung führen durch mehrere Saisons, durch mehrere Jahre.
00:24:19: Und ja, dann gibt es auch noch einen dritten Spieler, den von den New York Admirals in echten New York Rangers.
00:24:28: Sagst du es aber nicht, dass, also ich muss dich unterbrechen, das sagst du jetzt bitte nicht.
00:24:32: Was sag ich nicht?
00:24:33: Was noch, was mit dem Dritten ist?
00:24:35: Ja, es gibt noch einen dritten Spieler, der auch... in dem Plot eine Rolle spielt.
00:24:40: Eine Rolle spielt?
00:24:40: Genau.
00:24:42: Ja, das ist eine Serie, die man oberflächlich als Sportserie bezeichnen könnte, die aber eigentlich vor allem eine Serie über eine schwule Liebe ist und über das, wie man dieses Schwul sein in einem sehr männlichen Sport, also Eishockey, darf man, glaube ich, durch das Ausvergleichen mit der Situation im Fußball, wo sich ja auch so gut wie kein schwuler Spieler, der noch aktiv ist, geoutet hat.
00:25:13: Also kann man eine Hand abzählen und dieselbe Situation hat man wohl auch in der amerikanischen oder kanadischen, amerikanischen Eishockeyliga.
00:25:22: Ja, wie war dein Eindruck von dieser Serie, Lieber Jan?
00:25:26: Also sie kommt sehr schnell zum Punkt dieser Serie.
00:25:29: Es ist wirklich deswegen, wie bist du auch, keinerlei Spoiler-Gefahr, zumindest nicht am Anfang so.
00:25:34: Es dauert, glaube ich, irgendwie so nach, nach dreißig Sekunden ungefähr treffen sie sich das erste Mal und da spürt man schon, da ist was.
00:25:40: Also man weiß natürlich auch, wenn man die Serie kennt so.
00:25:43: Und ich glaube, bis zu dem Moment, wo es wirklich hitzig wird zwischen den beiden, vergeht keine Viertelstunde.
00:25:48: Und bis dahin sind dann auch schon immer wieder so die Andeutung.
00:25:51: wahnsinnig schnell.
00:25:53: Man muss also wirklich nicht lange warten bis diese Serie auf den Punkt kommt.
00:25:58: Die Süddeutsche Marie Gundlach schreibt, keine vierzehn Minuten dauert das bis zum ersten Nackten hinter.
00:26:04: Die kurz darauf folgende Sechszene streckt sich über gemütliche sieben Minuten.
00:26:09: Gerade in den ersten beiden Folgen ist die Menge an Nacktheit und Sex für unbereit unvorbereitete Zuschauer ein wenig überwältigend.
00:26:19: Smart nennen Kritiker abfällig und Fans liebevoll dieses Genre Porno mit Handlungen.
00:26:24: Doch der Sex ist kein Selbstzweck.
00:26:26: Über sechs Folgen erzählt Heated Rivalry, wie aus einer aufregenden Affäre tiefe Vertrautheit entsteht.
00:26:33: Okay, dann hat jetzt, was ich jetzt alles gesagt, was ich eigentlich sagen will.
00:26:37: Ja, ich habe mir das extra aufgeschrieben und auch so lange zitiert, weil ich dachte, besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken.
00:26:42: Das ist am Anfang, ist das eine, ja, eine Gay-Hochklans-Soap, würde ich sagen, mit ein bisschen Sport dazwischen.
00:26:54: Also die Serie ist für mich erst mal purer Hedonismus.
00:26:58: Du hörst coole Musik, du siehst sehr viel Style, Reichtum, schicke Apartments, wunderschöne, perfekte Körper, Jugend, you name it.
00:27:07: Und du denkst erst mal, ja, okay, ist das dann interessant genug, dass ich mir das angucken soll?
00:27:13: weiterhin?
00:27:15: Und ich muss sagen, gegen Ende, zumindest im letzten Drittel gewinnt die Serie erstaunlich antiefe.
00:27:24: Ich würde sogar sagen im letzten Sechstel dieser sechsteiligen Serie.
00:27:27: Was ist denn die letzte Folge, die wir natürlich nicht im Detail erzählen, aber die holt sehr viel Kohlen aus dem Feuer dessen, was vorher sehr, sehr oberflächlich verhandelt wurde.
00:27:35: Es geht hier wirklich, es ist sehr, sehr soft pornografisch inszeniert.
00:27:40: Diese beiden Typen haben mega Arscher.
00:27:43: Und zeigen die auch immer, also sie treffen sich immer in so, in so Luxus Hotel mit bodentiefen Fenstern, wo man auf Glitzer in den Metropolen schaut.
00:27:50: Und davor siehst du dann, wie sie sich irgendwie langsam annähern.
00:27:52: Das sind auch, sie sind relativ unerfahren noch in ihrer Homosexualität.
00:27:55: Die müssen sich dem erst, erst so ein bisschen, da müssen sich da so vorpürschen, insbesondere halt der, der kanadische Teil, der Shane.
00:28:04: Der zurückhaltendere, scheuen Charakter, so ein Junge aus gutem Haus und der auch Vorsichtiger Mensch, eher ein Typ der plant, der Russe, also der Saïlja ist mir so ein bisschen der Wild Boy, so der ist auch krachenlässt, der übrigens auch auf Frauen steht gleichzeitig.
00:28:21: Also zwei sehr gegensätzliche Charaktere, die erstmal über eine heiße Affäre sich annähern und die dann aber über die Jahre, wie es schon die Kollegin von der Süddeutschen sagt eine tiefe Vertrautheit und Liebe darüber entwickelt.
00:28:38: Und das ist jetzt, ob Homo oder heterosexuell, die eigentlich interessante Story in dieser Serie für mich.
00:28:45: Ja,
00:28:45: aber heterosexuell wäre das halt eine klassische... Romance-Geschichte.
00:28:52: Hier hat es natürlich diesen sozialkritischen oder den gesellschaftspolitischen Aspekt, dass die beiden ihre Beziehung zueinander im Verborgenen halten müssen, weil insbesondere in diesem mega-kernigen Makersport Icehockey das halt schwierig ist.
00:29:04: Obwohl es gibt in allen amerikanischen großen Sportarten gibt es prominente, geoutete Spieler und Spielerinnen.
00:29:11: Also Spielerinnen sowieso, die waren da ja sehr, sehr moderner schon und sehr, sehr emanzipierter schon in früheren Zeiten, aber es gibt im Football, im Basketball, im ISV, gibt es prominente, also selbst geoutete Spieler, das ist zwar nicht anerkannt, aber anerkanter als im deutschen Fußballwohlszeit, nach wie vor nicht einen einzigen gibt, der noch aktiv ist, also zumindest nicht in dem professionelleren Ligen.
00:29:37: Und das ist tatsächlich so, es kommt auch von Anfang an zur Sprache.
00:29:40: Es ist nicht so, dass sie damit hinterm Berg halten, also in dieser ganzen oberflächlichen Eikern die Haftigkeit, so was.
00:29:45: Es wird halt von Anfang an thematisiert, wir dürfen das nicht, wir müssen uns im Verborgenen treffen.
00:29:49: Es muss immer geheim sein, niemand darf davon erfahren.
00:29:51: Beide sind nicht geoutet, nicht mal ihrer Familie gegenüber und so.
00:29:54: Wir erleben auch so in deren Familien sehr, sehr übergriffige Menschen, also die Eltern sind beiderseits... mega ehrgeizig, der eine eher auf sportlicher Ebene, die die anderen eher auf so einer marktwirtschaftlichen Ebene.
00:30:07: Da bespwingt dann auch immer eine Kapitalismuskritik mit.
00:30:10: Aber ich finde, es ist wirklich so in den ersten vier bis in Mitte der ersten, der vierten Folge.
00:30:16: haben die beiden keinerlei kommunikative Beziehung zueinander.
00:30:19: Die haben eine rein körperliche Beziehung.
00:30:21: Das ist im Grunde und deswegen dieses softpornografische Element steht da total im Vordergrund.
00:30:25: Ich glaube, da wollen sie auch in die Gay-Szene rein triggern damit.
00:30:28: Das ist einfach eine Posterboy-Geschichte.
00:30:32: Und dann so in der vierten Folge siehst du, dass fangen sie sich das erste Mal über was anderes als über das Ficken oder über das Eishockgespiel zu unterhalten.
00:30:40: Und das ist wirklich so.
00:30:41: Man fragt sich bis dahin, was wollen die denn eigentlich voneinander?
00:30:45: Die gehen einen mega riesigen machen die das wirklich nur für den Sex, den sie auch theoretisch woanders haben könnten, der auch am Anfang manchmal so ein bisschen krampfig ist, weil sie beide nicht genau wissen, was sie voneinander wollen und dürfen und so weiter?
00:30:56: Ich glaube ehrlich gesagt, dass die Liebe zwischen denen subtil schon vorher angelegt ist und dass sie sich das selber, weil sie auch junge Männer sind und es natürlich auch starke Kräfte in ihnen gibt, die normative Kräfte sagen, ich darf das nicht, ich sollte das nicht.
00:31:14: Ich glaube, dass die vorher schon zu spüren ist in kleinen Szenen.
00:31:17: Und dazu passt auch, dass diese beiden vorher, glaube ich, total unbekannten Schauspieler, dieser Herzen Williams und dieser Connor Story, die spielen das super für mich.
00:31:28: Die spielen
00:31:28: das ganz gut.
00:31:29: Die machen viel mit ihrer Mimik.
00:31:31: Das sind
00:31:31: richtig gute Schauspieler.
00:31:34: Überhaupt finde ich, die Serie ist gut besetzt.
00:31:36: Also das ist dafür, dass die Handlung erstmal in den ersten vier Folgen, sag ich mal, relativ oberflächlich ist und die Serie natürlich auch mit dieser ganzen Eye-Candy-Haftigkeit extrem auch sich der Oberflüchtigkeit hingibt.
00:31:50: Dafür, finde ich, ist es trotzdem immer noch gut gemacht.
00:31:53: Also es ist gut gespielt.
00:31:56: Die Charaktere sind alle glaubwürdig trotzdem.
00:31:59: Also man denkt aber trotzdem, ja, was... und selbst jetzt als heterosexer der zuschauer denke ich ist das jetzt was für mich soll ich mir das angucken?
00:32:09: aber irgendwie zieht sich das nach und nach dann doch so ein bisschen rein finde ich.
00:32:13: ja was?
00:32:13: also?
00:32:14: ich hatte auch ich fand sie auch von anfang an gut gemacht diese serie so.
00:32:18: aber es war dann tatsächlich so dass sie mir so wie damals die l word und so weiter diese diese ersten hochglanz homosexualität sehen also die sich in die Homosexuelle bei jeder Art nicht einfach nur als Accessoire benutzt haben, dass irgendetwas problematisieren sollte.
00:32:36: Entweder als das Außenseitertum symbolisieren sollte oder AIDS-Problematiken oder so was.
00:32:42: Bis dahin, bis so tief in die neunzige Jahre.
00:32:45: Hatten schwule und lesbische Charaktere nur diese eine Funktion den heteronormativen Mainstream irgendwie zu abstrahieren.
00:32:54: Und damals halt zu Anfang der Nullerjahre kamen diese Serien aus den USA auf.
00:32:59: die ausnahmslos mit Models besetzt waren.
00:33:01: Die waren alle wunderschön, die hatten alle geile Leben.
00:33:04: Die steckten alle in irgendwelchen Sex in the City Werbeblasen drin.
00:33:08: Du redest
00:33:08: jetzt von The Yellow Word, das war eine lesbische Serie.
00:33:11: Das
00:33:11: war eine lesbische Serie.
00:33:12: Es gab dann noch diese Schwule-Serie, die hieß, ich hab die auch erwähnt im Text, aber mir fällt jetzt gerade, der nahm er nicht ein.
00:33:17: Vielleicht kommt er gleich noch wieder.
00:33:20: die einfach eine total aseptische, homosexuelle Welt gezeichnet haben, die auch nichts mit der Realität zu tun.
00:33:26: Also natürlich teilweise mit der Realität zu tun, aber nicht in seiner Breite dargestellt hat.
00:33:30: So wie es in Deutschland in Serie mit Schwulen gab es halt immer nur irgendwelche so Federboot-Tunden oder Lederschwule.
00:33:37: Das waren die einzigen, die sie sich vorstellen konnten.
00:33:40: Und das Spektrum ist natürlich genauso breit wie das heterosexuelle Spektrum.
00:33:43: So, es gibt alles da drin.
00:33:45: Und hier ist jetzt wieder so eine Reduktion.
00:33:47: Also da sind alle Leute, die hier als irgendeiner Weise homosexuell gekennzeichnet werden, sind in so einer Hochglanz, High End, superreichen, Mega-Buddy-Blase drin und so was.
00:33:58: Und ich finde, das ist eine Reduktion, die mir vielleicht zu Werten als heterosexueller Zisman nicht so richtig zusteht.
00:34:06: Ja, Jan, wir schauen in... die leben von Sport Superstars hinein.
00:34:12: Das sind Leute, die viele, viele Millionen pro Jahr verdienen, dass die luxuriös leben und irgendwie den entsprechenden Lifestyle dann auch vorführt.
00:34:23: Das finde ich noch sogar relativ realistisch.
00:34:25: Deswegen darf man trotzdem auch mal kurze Seitenblicke in andere Bereiche dieser Szene werfen.
00:34:29: Und die dürfen auch ruhig mal da dann in irgend ein etwas abgeranzten Schwulenklub gehen, der nicht irgendwie, wo nicht alle Leute irgendwie, äh, vierunddreißig Dollar, ähm, Longbrings trinken, sondern der einfach ein bisschen in der, in der Ecke ist, im Bahnhofsviertel ist oder sowas so.
00:34:44: Machen die halt nicht.
00:34:45: Machen die halt nicht.
00:34:45: Machen die nicht.
00:34:46: Nee, aber das ist einfach, das ist ne, das ist ne Reduktion.
00:34:49: auf einen Aspekt der homosexuellen Klischee Welt, die mir zu dünn ist.
00:34:54: Und das ist wie gesagt, ich möchte mir das eigentlich nicht anmaßen, das zu werten, weil das ist halt, ich habe mit diesem Empowerment als Außenstehender nichts zu tun.
00:35:01: Die sollen sich empowern, wie sie möchten, sowas.
00:35:03: Und das ist auch der Showrunner Jakob Teney.
00:35:08: Der ist halt selber auf dem Schwul und der wird das schon wissen, was er da macht.
00:35:12: Der spricht sozusagen aus seinem eigenen Erfahrungskosmos.
00:35:16: Das ist sein gutes Recht, das genauso zu machen.
00:35:18: Aber wenn ich mir das dann angucke und als Kritiker bewerte, sage ich mir, das ist thematisch zu flach.
00:35:23: Es ist mir zu dünn und dass diese emotionale Auflösung dann irgendwann zum Ende kommt und das dann wirklich auch langsam sich entfaltet.
00:35:29: Warum die eigentlich miteinander diese Beziehung eingehen und dieses Risiko suchen und so weiter, das erschließt sich irgendwann.
00:35:35: Aber die ersten vier Folgen sind im Grunde genommen eine reine Clipshow.
00:35:41: Und das ist mir zu wenig.
00:35:43: Ja, ich verstehe ein bisschen, was du meinst.
00:35:44: Ich verstehe überhaupt nicht diese Kritik, dass du sagst, du willst irgendwie mehr unterschiedliche schwule Biotope sehen, weil die Serie hat ja nicht den Anspruch, irgendwie schwule Liebe und schwule Beziehung in ihrer Gänze nach dem Motto so Leben schwule abzubilden, sondern wir haben hier eine Serie, die spielt in der Glitzerwelt von zwei Sport-Megastars und ich glaube, wenn du jetzt mal in die Glitzer-Welt von irgendwelchen Fußballprofis eintreten würdest, dann würden die wahrscheinlich auch nur in Hochglanz-Clubs und Hochglanz-Restaurants und Hochglanz-Apartments stattfinden.
00:36:24: Ich finde, dass man dir jetzt eine andere Seite nicht sieht, finde ich nicht schlimm.
00:36:27: Ich kann aber nachvollziehen, wenn du sagst, das ist dir zu dünn, die ersten vier Folgen.
00:36:33: Also, man muss, glaube ich, auf diese Art von, ja... Erotik, Hochklanserotik, man muss auch ein bisschen Bock haben auf diese ausgedehnten Liebeszenen in sehr schönen Apartments und so.
00:36:50: Aber wenn man darauf steht, dann kriegt man in den ersten vier Folgen durchaus gute Unterhaltung geboten.
00:36:57: Und wie gesagt, in den letzten beiden Folgen gibt es sehr, sehr viele Tiefe und finde ich auch sehr viel vorbildhafte Tiefe.
00:37:05: Wenn man jetzt andere Leute, die vielleicht schwul oder lesbisch leben und sich nicht geoutet haben, denen das helfen kann.
00:37:16: Das
00:37:16: kann sein.
00:37:17: Das ist schwer aus meiner Perspektive zu beurteilen.
00:37:20: Ich weiß nicht, ob die Serie das intendiert.
00:37:22: Also, ob sie anderen Menschen Handlungsanleitung geben wollen.
00:37:27: So kann ein... bedächtiges Outing funktionieren.
00:37:32: Also ein bedächtiges Coming Out funktionieren.
00:37:35: Das kann sein.
00:37:36: Das glaubst du sowieso.
00:37:37: Das ist wahrscheinlich auch ein Teil des Erfolgs der Serie.
00:37:41: Das ist eine Wohlfühlserie.
00:37:43: Also erstmal schöne Menschen, schöne Bilder, tolle Ästhetik, eine echte Liebesgeschichte, die wir hier erleben mit viel guten Sex und dann letztendlich auch noch eine Persönlichkeitsentwicklung, die zu einem guten Finale führt.
00:38:04: Und deswegen ist, glaube ich, einer der Gründe, warum diese Serie so unfassbar erfolgreich ist.
00:38:10: Also die Abrufzahlen ist, glaube ich, die zweiter erfolgreichste HBO-Serie, also ich glaube, in Amerika oder international schon vor ein, zwei Monaten gestartet.
00:38:22: ... hat riesen Abrufzahl, ach so, in achthundert Millionen Minuten ... ... bei HBO Max gestreamt, ... ... erreicht übrigens auch bei ... ... EMBD und Rotten Tomatoes Bestnoten.
00:38:34: Überneunzig bei Rotten Tomatoes Extreme IV.
00:38:36: Überall
00:38:37: super, super Kritiken ... ... und wird auch in China oder Russland, ... ... wo LGBTQ unterdrückt oder verboten wird, ... ... kriegt es auch unheimlich gute, ... ... also so im Netz, so ein bisschen unter der Hand.
00:38:51: Erklären sich Zehntausende hier so als Fans.
00:38:55: Das ist schon, das ist schon eine wichtige Serie.
00:39:00: Ich finde, jede Serie, die andere sexuelle oder sonstige Identitäten sichtbar macht, ist eine wichtige Serie.
00:39:09: Und sie stellt hier auch niemanden bloß oder sowas.
00:39:11: Also sie hat überhaupt gar keine, gar keine, auch so einen kleinen Funken an Intention.
00:39:19: den Leuten irgendwie ihre Leben abzusprechen oder die Legitimität ihrer Art und Weise, wie sie mit ihrer Sexualität und ihrer Identität umgehen, abzusprechen und so weiter.
00:39:28: Die ist total auf Seiten derer, die sie hier beleuchten.
00:39:30: Das finde ich toll.
00:39:32: Mir ist sie halt einfach zu flach.
00:39:33: Also, ich finde einfach, wir waren schon ein bisschen weiter.
00:39:36: Wir sind schon, wir sind schon, was die Behandlung der LGBTQ Plus Szene betrifft.
00:39:43: in der Fikzionalisierung.
00:39:45: Die hat schon ein paar Schritte weitergemacht als das hier.
00:39:48: Das ist eine reine Stagnation und die ist halt schön anzusehen.
00:39:51: Schöne Körper, Menschen gucken sich einfach gerne schöne, schöne nackte Körper an, sowas.
00:39:55: Ich finde nicht, dass das eine zu dünne ist oder zu wenig.
00:39:58: Es ist einfach eine andere Seite von Sexualität.
00:40:03: Also, weil ich glaube, der Jacob Tierney, der Showrunner, Der hat zum Beispiel in einem Interview mit einem Tagesspiegel gesagt, lustvoller Sex ist in Serien kaum präsent.
00:40:18: Hier sehen wir einfach mal lustvollen Sex und damit eine andere Seite von Sex, wie Sex sonst.
00:40:25: Ganz kurz,
00:40:25: er hat gesagt, lustvoller Sex ist
00:40:27: in Serien kaum präsent.
00:40:29: Das heißt, er hat... Das ist ein
00:40:30: totaler Bullshit.
00:40:31: Nee, finde ich nicht.
00:40:32: Echt nicht?
00:40:33: Sex ist, ich glaube, in ninety-fünf Prozent aller sexuellen Begegnungen, die du in Serien und Filmen siehst, kommen beide verlässt... Das ist spitzemäßiger Sex.
00:40:43: Ja, aber es steht meistens ein Problem dahinter.
00:40:46: Echt?
00:40:47: No.
00:40:48: Also Einspruch.
00:40:50: Ich finde, Sex ist im Fernsehen und im Kino regelt geil.
00:40:54: Ist
00:40:54: so positiv gezeigt.
00:40:56: Zu weiß ich nicht.
00:40:57: Aber es ist, wann siehst du schon mal jemanden, der zu früh kommt, der gar nicht kommt, der keinen hoch bekommt oder sowas.
00:41:02: Also sowas.
00:41:03: Oder Frauen, die nicht zum Orgasmus kommen.
00:41:05: Das ist nicht Teil der Sexualitätsmetrik im fiktionalen Fernsehen und Kinos.
00:41:11: Sex ist regelhaft geil.
00:41:13: Also vielleicht meint das auch eher so, dass man praktisch sagt, Sex ist ja oft eine dramatische Komponente in einem Film.
00:41:26: Es wird auch dazu benutzt, um irgendwie eine Beziehung zu verdichten.
00:41:29: Und hier ist es einfach nur schön.
00:41:33: Ich glaube, das meint er dann.
00:41:35: Und dazu vielleicht abschließend.
00:41:38: Ich fand, es ist ein ganz interessanter Artikel, auch im Spiegel gewesen.
00:41:41: Ich zitiere heute relativ viel, aber das soll jetzt nicht zur Regel werden.
00:41:46: Da schreibt die Autorin Sonja Dorsen.
00:41:50: weil die Serie bei heterosexuellen Frauen, das ist wohl so ein Trend, sehr, sehr gut ankommt, in sozialen Netzwerken sprechen weibliche Fans davon, dass sie es befreiend fänden, Sex ohne Frauen anzuschauen, denn in vielen heterosexuellen Liebesgeschichten und ich selten auch in realen Beziehungen leistet die Frau immer noch die sogenannte emotionale Arbeit.
00:42:10: Sie ist diejenige, die den gefühlsmäßig verkrüppelten Mann rettet, ihn mit seinen Bindungsängsten konfrontiert und ihm das kommunizieren, beibringen.
00:42:21: Das fand immer eine ganz interessante Perspektive von heterosexuellen Frauen auf diese Serie, in der Schwuler Sex, also Sex ohne Frauen gezeigt wird.
00:42:31: Ja, wobei auch in dieser Serie sind übernehmen weibliche Figuren, die von denen es sehr, sehr wenige gibt.
00:42:38: So ein bisschen die emotionale Aufklärungsarbeit, also insbesondere die Freunden, also die haben beide so eine Mischung aus Fake-Freunden und Bisexuell, also der Elia hat eine richtige Freundin, weil er halt Bisexuell ist, die immer ein bisschen an seiner Seite mit schwingt, der Shane hat eine so eine Fake-Freundin, um zu suggerieren, dass er halt nicht schwul ist.
00:43:00: Übrigens auch ein schöner Handlungsstrang, weil er da glaube ich selber auch ausprobiert, bin ich vielleicht auch... Heterosex.
00:43:07: Genau, ja, versucht er tatsächlich damit.
00:43:10: Und das ist so die übernimmt auch schon so ein bisschen, so eine emotionale Unterstützungsarbeit.
00:43:14: Auch die Mutter von Change spielt eine Rolle.
00:43:17: Ansonsten ist es tatsächlich eine Männer-Serie.
00:43:18: Also es sind halt, es ist eine schwule Serie, in der die Männer die Haupträume spielen.
00:43:23: Und das ist in diesem Fall auch einfach echt mal angebracht, weil es natürlich so, den Bechteltest besteht sie nicht die Serie, aber dafür sind auch einfach viel zu wenig Frauen dabei.
00:43:30: Ist übrigens, der Jacob Turney hat übrigens eine Buchserie adaptiert.
00:43:35: Also ich habe nämlich immer, immer im Vorsparen heißt es ja, basiert auf, und ich habe mir es auch irgendwo aufgeschrieben, finde ich jetzt natürlich, es ist auf jeden Fall eine Autorin.
00:43:48: Ah ja, Game Changers heißt die Buchreihe.
00:43:51: Das muss wohl eine richtig erotische, schwule erotische Buchreihe von der Autorin allerdings sein, Rachel Reed.
00:44:03: Es gab wohl auch Bedenken.
00:44:05: beim Adoptieren dieser Buchreihe, die wohl ziemlich eins zu eins adoptiert wurde, ob das nicht zu krass ist, wenn man die sehr ausgiebig geschilderte Sexualität der Buchreihe sozusagen in eine Fernsehserie verwandelt.
00:44:18: Aber Jacob Turni hat das sozusagen eins zu eins übernommen und ja, hatte offensichtlich den richtigen Riecher und erfolgt damit.
00:44:25: Also den
00:44:25: hat er auf jeden Fall.
00:44:26: Ja, ja, irgendwie hat er tatsächlich so offene Türen eingerannt.
00:44:30: So, es ist so irgendwie, irgendwie ist der Bedarf danach groß und deswegen, dadurch hat es eine... natürlich auch so eine selbst referenzielle Berechtigung, das zu machen, was sie machen.
00:44:39: Also ich glaube, ich fand die Serie fast ein bisschen besser als du.
00:44:43: Ich war auch am Anfang etwas irritiert von diesem Hochglanz, aber es ist ja immer interessant, was hältst du, was Hast du für ein Gefühl, wenn du eine Serie abgeschlossen hast, was bleibt davon nach ein paar Tagen, nach ein paar Wochen und so?
00:45:03: Und ich merke, dass die immer wieder so ein bisschen auch in meinen Kopf reinkommt.
00:45:08: Ja, das ist immer ein gutes Zeichen.
00:45:09: Das ist ein
00:45:09: gutes Zeichen, ja.
00:45:10: Ich habe aber auch grundsätzlich eine Hype-Skepsis.
00:45:12: Also wenn ich, wenn etwas ist, als ich mich das erste Mal damit beschäftigt habe, war der Hype schon gewaltig weltweit und so was, und dann habe ich grundsätzlich so, aha.
00:45:19: Dann bin ich erst mal so ein bisschen, hab ich ein paar Vorbehalte, die erst mal wieder abgebaut werden müssen und das sind auch ein bisschen Probleme meines eigenen Mindsets.
00:45:27: Ja, also wahrscheinlich ist auch unsere Bewertung von Maxten Hall nur deswegen so schlecht ausgefallen, weil das so weltweit so ein riesen Erfolg ist und das so ein Hype ist.
00:45:35: Und die Maxten Hall
00:45:36: ist einfach eine sensationell gute Serie, die wir halt nicht erkannt haben.
00:45:40: Das
00:45:41: kann schon sein, ja, dass es genauso war.
00:45:42: Ich würde nach wie vor sagen, Maxten Hall ist einfach echt eine beschissene Serie.
00:45:46: Du hast jetzt anscheinend die Ironie meiner Worte nicht
00:45:48: erkannt.
00:45:48: habe ich verstanden.
00:45:49: Ja, ich wollte es nur nochmal kurz auf
00:45:50: den Punkt bringen.
00:45:50: Ja.
00:45:50: Die Frage ist natürlich auch, ist The Danish Woman, sechs Folgen, ah, fünfzig Minuten seit neunzwanzigsten Januar in der Arte Mediathek zu sehen?
00:46:02: Ist das auch eine ganz tolle Serie?
00:46:05: Jan, erzählt euch jetzt erst mal, wovon The Danish Woman überhaupt handelt?
00:46:10: Ich
00:46:10: finde sie toll.
00:46:11: Ich sage es gleich vorweg.
00:46:12: Sechsmal, was sind das?
00:46:14: Du weißt es immer besser.
00:46:14: Fünfzig
00:46:15: Minuten.
00:46:15: Sechsmal, fünfzig Minuten bei Arte.
00:46:17: Ah, sorry, nicht für den die zu.
00:46:19: Es geht um die Danish Elite Soldatin Ditte, die sich in Räkjavik in so einem Wohnblock zur Ruhe gesetzt hat, aber weil sie nicht so richtig aus ihrer Geheimdiensthaut kommt, die war jetzt eine sehr, sehr taffe Spionin beim jenischen Geheimdienst, wie gesagt.
00:46:35: Was sind nicht eher in so einer Art... Spezialeinheit, Meditär.
00:46:40: Die Griffe gehen da durcheinander auch in der Selbstbeschreibung der Serie.
00:46:43: Also sie ist irgendwie Elite-Soldat in Geheimdienst-Kämpferin und sowas.
00:46:46: Und sie geriert sich in diesem Wohnblock, in dem sie untergekommen ist, ein bisschen als moralische Blockwerten.
00:46:53: Also sie sorgt dafür, dass alles da irgendwie sein geregeltem Gang geht.
00:46:56: Und zwar von den sexuellen Ersterfahrungen eines Teenagers bis hin zur korrekt Mülltrennung.
00:47:03: Also sie greift sie überall ein.
00:47:06: einen allerletzten Auftrag für ihre Regierung erfüllen, auf dem wir hier nicht mehr eingehen.
00:47:11: Und das ist so ein bisschen so eine mikrokosmische Milieustudie aus einem sehr, sehr tristen Wohnblock in Reykjavik.
00:47:20: Und andererseits das Porträt einer von Trine-Dürheim gespielten Mitfünfzigerin, die bis damit erhardert, älter zu werden und das aber versucht irgendwie in den Griff zu bekommen.
00:47:32: und das ist halt, ich meine Trine Dürrham nicht kennt, die hat bei das Fest schon mitgespielt, so ist es eine von den der
00:47:39: erfolgreichsten und meist primierten dänischen Schauspielerien.
00:47:41: Genau, Thomas Winterbergs Dokmermuse von Beginn an, sowas hat auch viel bei der Dokmer mitgespielt, ist tatsächlich ein Superstar in Dänemark oder im skandinavischen Raum.
00:47:50: Und sie spielt das wirklich so mit so einer aufopferungsvollen Selbstironie, die fantastisch ist.
00:47:56: Also sie ist wirklich komplett uneitel.
00:47:57: Also vitrine Dürer, wenn man diese Rolle rangeht, ist wahnsinnig uneitel.
00:48:00: Man sieht sie auch teilweise später fahrsern nackt.
00:48:03: Und das ist nicht einfach das zu machen, wenn du in dem Alter bist und nicht mehr alles so nach dem klischeehaften Modelmaßen geformt ist, wie das normalerweise Film und Fernsehen von Frauen erwarten.
00:48:14: Und rum drauf gibt es, glaube ich, also ich glaube, ziemlich das... Das geilste Agentenfiller, den geilsten Agentenfiller Showdown, den ich seit langem, wenn ich sogar überhaupt gesehen habe am Ende.
00:48:26: Das ist eine Nachbarschafts-Milieu-Studie, gepaart mit ein paar Agenten-Twists und ein bisschen Crime Story und so weiter, die in isländischen Originalen, fantastisch ist in Deutschland, bitte nicht die synchronisierte Fassung
00:48:42: gucken.
00:48:43: Ich habe die synchronisierte Fassung gesehen.
00:48:46: Deswegen gleich auch meine Frage an dich.
00:48:49: Sie ist ja eine Dänin, die sozusagen nach Island gezogen ist.
00:48:53: Dänemark und Island haben ja irgendwie auch so eine gemeinsame Geschichte, so ein bisschen.
00:48:56: Das habe ich jetzt gar nicht so nachfüll nachgelesen, weil sie auch immer diesen Islandern sagt, ach, dein Dänisch ist gut und du solltest Dänisch sprechen und so.
00:49:06: Dänemark war meine Kolonialmacht, sowas.
00:49:09: Und es würde mich nicht wundern, wenn Island mal Teil des Kolonalreis gewesen wäre, sowas.
00:49:13: Und von daher so, die sind schon, also so, Dänemark gilt immer so als als högliges menschliches Vorzeigeland, die haben auch schon ihre Untiefen, mit denen sie nicht genug umgegangen sind bislang.
00:49:23: Wurde
00:49:24: jetzt auch teilweise mit Grönland zusammenhang mit Grönland auch so ein bisschen aufgearbeitet, auch die etwas dunklen Seiten der dänischen Kolonialherrschaft dort.
00:49:38: Die Sprech, also die Serie, ist im Originalton isländisch.
00:49:42: oder ist sie auch dänisch?
00:49:43: Nein,
00:49:43: nein, die ist isländisch.
00:49:45: Aber es gibt immer wieder dänische Passagen da drin, es wird auch Englisch gesprochen.
00:49:49: Immer mal wieder und so was, im Grunde ist sie dreisprachig, aber im Deutschen ist sie natürlich einsprachig, ernoferandere Hochdeutsch.
00:49:58: Also es ist ja so ein Nachback.
00:49:59: ... so eine Nachbarschaftsposse.
00:50:02: Also wir hatten ja hier den ... ... Pianomädelfilm Prange.
00:50:06: Man ist ja Nachbar, da war sozusagen ... ... so ein Wohnblock, ... ... so die positive Idee.
00:50:14: Da hat ja auch der Macher Lars Jessen gesagt, ... ... es ist ein Film über das Gelingen.
00:50:19: Hier ist es ja eher so die ... Die düstere, das ist negativ von so einem Zusammenleben.
00:50:26: Also da leben erstmal so auf dem ersten Blick so ganz normale, sehr unterschiedliche Leute, aber die haben ja alle irgendwie auch ein dunkles Geheimnis oder machen irgendwelche Sachen, die irgendwie nicht in Ordnung sind oder haben einfach nur Probleme und sie... muss sich da überall irgendwie reinzecken und will diese Probleme lösen.
00:50:47: Ich hab nicht so ganz genau verstanden, was diesen Charakter eigentlich antreibt.
00:50:52: Achso, unglaublich Kontrollsucht.
00:50:53: Sie war immer diejenige, die in ihrem alten Beruf alle Fähne in der Hand hatte und alles geregelt hat und so was.
00:50:58: Und jetzt kommt sie dahin, hat keine berufliche Aufgabe mehr, ihr altes Leben ist ein bisschen zerdeppert.
00:51:02: Und das ist jetzt irgendwie so richtig in die Hose gegangen, sondern sie ist jetzt einfach so mit der Ende Fünfzig und nicht mehr so tauglich für diese krasse Geheimdienstarbeit.
00:51:11: Soldatinnen, aber diese Feuergeleister.
00:51:14: Jetzt kommt sie dahin und macht das, was viele ältere Menschen tun, wenn ihre Aufgaben flirten, sie übernehmen die Aufgaben anderer.
00:51:19: Und das, was sie nahe dann macht, ist, dass sie alles nur verschlimm bessert.
00:51:22: Also, die kommen eigentlich schon ganz klar und alles, sie greift überall maximale Inversiv ein und sorgt dafür eigentlich eher dafür, dass es schlechter wird, als dass es besser wird, sowas.
00:51:31: Und das ist auch genau die Fallhöhe dieser Serie.
00:51:33: So, wie gehen die Leute damit um?
00:51:35: Was für,
00:51:36: was für Umgänger haben Sie damit, wenn plötzlich jemand in ihr neues Leben eintraucht?
00:51:41: von so einer Hausgemeinschaftssitzung, also so eine Mitbewohnerin, Organisationseinheit.
00:51:47: Und da übernimmt sie sofort irgendwie die Initiative und so was.
00:51:50: Und das ist ganz witzig, wie die Leute damit umgehen und wie sie dann auch, wie sie Abwehrimpulse haben, aber auch merken, dass die irgendwie doch ganz schön selbstbewusst ist und ganz schön energetisch ist und so weiter, will gar nicht so viel mehr darüber erzählen.
00:52:02: Es ist einfach echt, als das, was du eben auch gesagt hast, so als Nachbarschaftsstudie ist das sehr, sehr interessant.
00:52:07: Und dieser trine Türheim guckt man einfach echt wahnsinnig gerne bei allem zu, was sie macht.
00:52:11: Weil
00:52:11: sie eine tolle Schauspielerin hat.
00:52:12: Unglaubliche
00:52:13: Präsenz hat und eben diese Uneitelkeit, die ich sehr, sehr bemerkenswert finde, die nicht selbstverständlich ist.
00:52:19: Schön, wenn sie selbstverständlich wäre, aber sie ist es nicht.
00:52:22: Und deswegen finde ich die Serie, ich fand die ganz toll.
00:52:24: Ich habe sie zu Ende geguckt und fand sie ganz toll.
00:52:26: Ich muss gestehen, dass ich nur zwei Folgen gesehen habe.
00:52:30: Die erste, da habe ich mich schon so ein bisschen durchgekämpft und dann habe ich eine Pause gemacht und habe ich noch mal eine zweite Folge gesehen.
00:52:37: Die Serie ist nicht schlecht.
00:52:39: Allerdings, sie hat mich irgendwie nicht reingezogen und ich habe mich selbst gefragt, warum?
00:52:45: Und ich glaube zum einen... ist es mir so ein bisschen zu sehr auf Kult gemacht, also so auf Skurrilität.
00:52:56: Diese ganzen Aktionen, die sie dann macht, diese ganzen, um Probleme zu lösen oder Leute zu disziplinieren oder sowas, ist mir so ein bisschen zu skurril teilweise.
00:53:07: Und der andere Punkt, glaube ich, warum ich so ein bisschen nicht so hundertprozentig warm geworden bin mit der Serie, ist der, dass das irgendwie... Mir immer sehr erwartbar scheint, was sie machen wird.
00:53:18: Also sie sieht ein Problem, wo sie glaubt aufräumen zu müssen.
00:53:23: Und dann wird es auf irgendeine Art so ähnlich wie du das vermutest auch gelöst.
00:53:27: Ah, da kann ich dich aber ein bisschen... Das wird noch komplexer und spannender und auch ein bisschen wilder noch.
00:53:33: Also es wird wirklich auch wild am Ende.
00:53:35: Und Hein-Micha Hauptdarsteller ist eigentlich gar nicht Trinidadurham, sondern dieser Milchlocker im Hausflur, wo halt alles entsorgt wird, was halt irgendwie die Mental Loads der einzelnen Handelnde Charaktere in diesem Haus betrifft und so weiß.
00:53:50: Also es ist so, die hat sehr viele verschiedene Facetten und das ist, glaube ich, ich habe jetzt einen kleinen Wissensvorsprung mit vier Folgen mehr, die ich gesehen habe, weil ich sie durchgeguckt habe.
00:53:59: Also vielleicht schaust du noch mal zumindest in ein rein oder flette einfach in die Letzte, die sagt einiges aus.
00:54:04: Schauen wir mal.
00:54:05: Also das ist von Olafur Egilson und Benedikt Erlingson geschrieben.
00:54:13: Und ja, ihr könnt das bei Arte abrufen.
00:54:17: Und ich glaube, man merkt relativ schnell bei The Danish Bummen, ob das was für ein ist oder nicht.
00:54:22: Genau, das merkt man relativ
00:54:23: schnell.
00:54:25: diese Skurrilität, dieses leise Beobachten von diesen Leuten, diesen Wohnblock.
00:54:31: Ich glaube, man merkt relativ schnell, ob man das macht.
00:54:33: Ja, ich mag Skandinavische Humor einfach wahnsinnig gerne.
00:54:35: Ich komme da gut mit klar, jetzt auch vor kurzem diese Serie mit diesem Insel aus in Norwegen und so was so.
00:54:43: Das ist aber ganz anders.
00:54:44: Total anders.
00:54:45: Nee, aber deswegen, ich mag diese Skurrilität sehr gerne und das ist ja irgendwie das Ding, jetzt, wenn wir jetzt zu Wonder Man kommen und so weiter, ein superhelden Thema, das mich wahnsinnig Anfang an.
00:54:55: Ich habe das gesehen, Marvel... Wondermann, ich muss
00:54:58: sofort abgeschaltet.
00:55:00: Du
00:55:00: hast mich dazu gezwungen, ich bin je mega dankbar, dass du das gemacht hast.
00:55:03: Ich habe so ein bisschen gespürt durch unsere Kommunikation, dass sie die Serie dann wohl doch ganz interessant fand.
00:55:08: Also ich gehe erstmal in die reinen Fakten, also Wondermann, acht Folgen.
00:55:14: Seit dem twenty-eighten Januar, komplett bei Disney veröffentlicht, relativ kurze Folgen, wenn man so vor und absparen und Recap wegnimmt, so dreißig oder manchmal auch nur knapp dreißig Minuten, ist von Dustin Daniel Cratton und Andrew Guest.
00:55:30: Keine klassische Superhelden-Serie, sondern eher so eine augenzwinkende Selbstreflektion über das Genre.
00:55:41: Es geht um den Schauspieler Simon Williams.
00:55:46: Ja, der hat hier und da mal einen Job, der gilt es wohl.
00:55:51: zwar auch als recht talentiert, aber er ist auch so übergenau und verliert sich in Details und macht es damit den Vertretern der Industrie.
00:56:00: Ja, in diesem Fließband unternehmen Hollywood eher schwer.
00:56:03: Also gleich in der ersten Szene wird er erst mal vom Set einer American Horror Story Folge gefeuert, weil er zu viele Fragen stellt an die Regisseurin, die einfach nur schnell so eine Szene mit ihm abdrehen will.
00:56:17: Ja, und dann Man lernt diesen Typen so ein bisschen kennen, merkt, dass er auch so ein bisschen private Probleme hat, seine Freundin verlässt ihn, er hat auch keine richtigen Freunde so in seinem Umfeld und irgendwann kommt er dann auch raus, weil er eben auch ein Geheimnis verbirgt, das sind wir wieder bei einem Geheimnis und dann begegnet er, ich glaube, bei einem Casting auch einem älteren Schauspieler namens Trevor Slattery, der wird von Ben Kingsley verkörpert und Dann kriegen die beiden Wind davon, dass ein achtziger Jahre Kultfilm, der heißt Wonder Man, also so ein bisschen so ein Billig, Science Fiction, B-Movie neu verfilmt wird von einem Oscarpreisträger, von einem Arthausregisseur mit dem schönen Namen Von Kowak, gespielt von Sladko Buric, der europäischen Filmpreis bekommen hat für Triangle of Sadness.
00:57:16: Weil das der Lieblingsfilm von diesem Simon als Kind war und er diese Rolle von diesem Wonder Man, von diesem Helden in und auswendig kennt und liebt, will er unbedingt zu diesem Casting und will diese Rolle bekommen.
00:57:31: Und dieser Trevor Slattery freundet sich irgendwie so ein bisschen mit ihm an und will auch wieder nach langer Abwesenheit wegen Drogensumpf und was weiß ich in diesem Schauspielzeckos zurück.
00:57:43: Ja und wir erleben dann so eine Buddy-Story von diesen beiden ungleichen Protagonisten, die darauf warten, dass wieder so ein Casting-Call stattfindet und schauen so ein bisschen in die Schauspieler-Szene, also auch gerade in die von erfolglosen Schauspieler in diesen LA-Kosmos rein.
00:58:03: Und das Superhelden-Tum findet sehr getarnt und sehr am Rande dieses... ... dieser Serie statt.
00:58:12: Ja, seine Superpower ist keine, die man so vor sich herträgt und sagt, das kann ich Leute, damit rette ich jetzt irgendwie Gotham City oder sowas, sondern das ist eine, mit die er gar nicht so sehr an die Öffentlichkeit ... ... lassen will.
00:58:24: Ähnlich ist es mit Treff.
00:58:25: Treff, hat zwar keine Superpower, aber der hat auch ein Geheimnis, das ihn auch mit dem ... ... Wonder Man & Spee verbindet.
00:58:33: Und das wird das aber auch niemandem sagen darf.
00:58:35: Es ist viele Geheimnisse wieder, die miteinander zu tun haben.
00:58:38: Und dadurch auch, finde ich, diese Serie irgendwie mit Impulskontrolle zu tun.
00:58:43: Also sowohl was die Superkraft betrifft, als auch was diese Art und Weise, wie die miteinander und mit ihrem Umfeld geraten von einer Katastrophe in die nächste.
00:58:52: Und müssen halt immer versuchen, dass sie dabei ganz ruhig bleiben.
00:58:55: Und das fällt beiden nicht besonders leicht, bzw.
00:58:57: vor allem Feldsystem.
00:58:58: Wie heißt da jetzt nochmal der... Simon?
00:59:01: Simon, genau.
00:59:02: Vor allem Simon-Feld ist nicht leicht und so was.
00:59:04: Das ist wirklich so, ich habe das geguckt.
00:59:06: Und ich dachte auch am Anfang so, okay, alles klar, gucke ich mir an.
00:59:10: Du hast das möchtest unbedingt dabei haben.
00:59:11: Du hast es mir auch ein bisschen meintest, lass dich überraschen.
00:59:14: Habe ich mich überraschen lassen und sowas.
00:59:15: Ich finde die Serie so geil.
00:59:17: Das ist echt so.
00:59:18: Vorallem habe ich noch nicht mehr lange gebraucht, um sie geil zu finden.
00:59:22: Hätte ich das damals nur gemacht, als sie bei mir als Screener reingepoppt ist.
00:59:25: Einfach mal Open Minded sein und zwanzig Minuten in eine Marvel-Serie reingucken.
00:59:30: Ja gut, man muss dazu sagen, Marvel hat auch ... hat auch die Menschen wie uns, die ein bisschen auf Anspruch oder also wirklich gutes Fernsehen verstehen, auch wirklich reinweise enttäuscht.
00:59:43: Also ich weiß nicht wann die letzte richtig gute Marvel-Serie lief.
00:59:46: Also manche Leute behaupten sogar, es gibt... gibt noch keine.
00:59:49: Manche finden Loki ganz gut.
00:59:50: Ja, ich
00:59:51: komme auch immer ein bisschen mit DC und Marvel durcheinander.
00:59:55: Es wurde schon viel Schrott produziert.
00:59:56: Ja, viel Schrott
00:59:57: produziert und so was.
00:59:58: Und Loki ist halt einfach ein Bösewicht.
00:59:59: Deswegen war das mal was Besonderes und so was.
01:00:01: Egal, es geht hier ja nicht um mich.
01:00:03: Es geht um dieses Format.
01:00:03: Und dieses Format hat mich mega überrascht.
01:00:05: Und mich hat vor allem auch... Also, mich hat... Man hat so viele Aspekte daran überrascht.
01:00:09: Also, so was so zum Beispiel so, dass dieser Simon ist ein POC, spielt aber überhaupt keine Rolle.
01:00:15: Es wird hier nicht so... Also, es ist generell sehr viel schwarze... schwarze Charaktere mit, bei denen das schwarze ein einfach nicht relevant ist, sondern die spielen einfach im sozialen Kontext mit.
01:00:24: Und ob die schwarze oder nicht, egal.
01:00:26: Das ist immer etwas, was ich sehr, sehr mag an Formaten.
01:00:28: Das ist halt... Übrigens,
01:00:30: dieser Samen wird gespielt von Jaja Abdul-Martin, dem Zweiten.
01:00:34: Er kommt es zu Ihnen vorher.
01:00:36: Also ich weiß, dass er in Aquaman wohl eine etwas größere Rolle hat, aber das ist ein super Schauspieler, finde ich.
01:00:41: Ja,
01:00:41: macht er schon.
01:00:43: der von dem man glaube ich abseits davon, ob jetzt hier Wandermann fortgesetzt wird oder nicht, glaube ich noch ein bisschen mehr hören wird.
01:00:49: Das
01:00:49: ist ja auch immer dieses Metafilm-Ding, also so Film im Film zu spielen.
01:00:55: Sie sind halt manchmal bei Auditions, also Castings, oder spielen sich halt selber irgendwie die Figuren vor und das ist natürlich auch wieder Spiel.
01:01:02: Also das ist so eine ebenen Verschiebung, die immer, so wie auch bei The Studio oder so was natürlich sehr, sehr spannend ist.
01:01:09: zu beobachten, wie spielt man Spielen?
01:01:12: Das macht er sehr gut.
01:01:15: Aber ich finde trotzdem, dass es eigentlich eine Ben Kingsley Serie ist.
01:01:19: Der ist zwar auch ein bisschen drüber manchmal.
01:01:21: Das
01:01:22: ist
01:01:23: sehr drüber.
01:01:23: Das ist echt eine krasse Figur.
01:01:25: Vor allem, er spielt ja eine Kunstfigur, die es schon gibt.
01:01:28: Also diese Figur Slattery, die ist erstmals in den Marvel-Film Iron Man
01:01:37: III.
01:01:39: Aber du hast ja mitbekommen, dass alle Leute sagen, hey, der Mandarin.
01:01:44: Der Mandarin ist eine reale Figur aus verschiedenen Marvel Filmen.
01:01:50: Und zwar ist das auch schon eine doppelt gebrochene Figur, weil der Mandarin ist ein Bösewicht, der allerdings nur von einem Schauspieler verkörpert wird.
01:02:04: Also in der Serie wird ein Schauspieler angeheuert.
01:02:09: der einen Bösewicht.
01:02:11: Das ist
01:02:12: für mich zu kompliziert.
01:02:12: Ja,
01:02:13: es ist wirklich mega kompliziert, aber mit dieser Doppeldeutigkeit und diesem, ja, diesem, sind wir wieder beim Verborgenen und eine Rolle einnehmen und so tun als ob und im Verborgenen arbeiten.
01:02:28: Das macht diese Serie praktisch und diese Figur auf eine Trottel.
01:02:30: Genau, es
01:02:30: sind Triple-Deutigkeiten.
01:02:32: Oder fast halt dreifachen Ebenen.
01:02:34: Ich finde ihn trotzdem so toll.
01:02:35: Also er ist dann eben als Mandarin ist er halt auch gealtert einfach jetzt.
01:02:38: Er hat so eine geile Matte.
01:02:40: Er ist wirklich schon so ein bisschen verkartet.
01:02:42: Er ist auch ein bisschen skurril verschrobener Typ, so was.
01:02:44: Ein Ausheider.
01:02:47: Aber es gibt so eine Szene, wo ich merke, klar spielt er drüber, aber es ist nicht Selbstreferenz darüber.
01:02:54: Es geht nicht darum, immer drüber zu sein.
01:02:56: Und zwar ist er halt irgendwie da, Probleme mit der organisierten Kriminalität.
01:03:00: Und dann sitzt da ein Typ gegenüber, der eben sagt, ich habe exakt zwei Möglichkeiten für dich.
01:03:04: Entweder du gehst in Knast oder du machst das und das.
01:03:08: Und dann sagt er halt in diese Frage rein, I take two.
01:03:13: Thank you.
01:03:14: Und das ist so reduziert, da könntest du sagen, ah, dann nehme ich glaube ich mal die zwei Skyler für mich oder so.
01:03:18: I take two, thank you.
01:03:20: Ganz, ganz ruhig, ganz reduziert.
01:03:22: Und das bringt diese Figur total auf den Punkt, weil der ist halt von seiner ganzen Optik her und von dem, was sein Leben so ausmacht, wo er halt immer der Trouble-Seeker so ein bisschen, wo er auftaucht, gibt es Ärger.
01:03:35: Aber wie er das spielten, dieser Ruhe und Gelassenheit und diese so eine ganz gesetzte Stimme und immer auch irgendwie darum bemüht, diese Szene zu deeskalieren, aber dafür meistens sorgt das er eskaliert und sowas.
01:03:47: Ich finde das spitze wieder der Spiel.
01:03:49: Du weißt da schon, Ben Kingsley hat einen Oscar für Gandhi gewonnen.
01:03:52: Ja, ja, na
01:03:52: klar.
01:03:52: Ist schon ein bisschen her.
01:03:53: Ja, ja.
01:03:55: Ja, aber ich
01:03:56: kenne ihn nicht in komischen Rollen.
01:03:57: Ich erinnere ihn, ich weiß ich nicht.
01:04:00: Und er hat ein großartiges, ein sehr, sehr großes... komisches Talent, das er hier zu Tage fördert.
01:04:07: Und das finde ich auch gerade so.
01:04:08: in diesem Haifischbecken, Casting, Hollywood und so weiter, kommt das sehr gut zum Tragen.
01:04:12: Ich mag den sehr gerne.
01:04:14: Also diese Serie ist irgendwie ziemlich irre, weil sie ja drei oder vier Serien in einem ist.
01:04:20: Das ist diese Buddy-Geschichte.
01:04:22: Es ist trotzdem auch eine Superhelden-Geschichte.
01:04:24: Sie kriegen sie am Ende sogar irgendwie so ein bisschen rund sogar noch als Superhelden.
01:04:28: Also viel habe ich noch nicht geguckt.
01:04:30: Doch, tatsächlich spielt das Superheldentum, auch wenn es insgesamt sehr wenig Actions hin gibt, tatsächlich noch eine Rolle.
01:04:39: Ja, und dann ist es eine Serie über diese... über dieses Leben, dieses Überleben von kleinen Darstellern in Hollywood.
01:04:50: Also diese ganze Rückseite der Klammerwelt, der Medaille.
01:04:55: Und es ist aber auch noch eine Serie.
01:04:58: Und das ist vielleicht so der verborgenste Aspekt oder der schwierigste Aspekt.
01:05:03: ... über Schauspiel-Identität.
01:05:05: Also, dass man sagt, wie sehr lebt man in einer Rolle?
01:05:09: Was ist Schauspiel überhaupt?
01:05:10: Weil das sind ja zwei Film-Nerds, diese beiden Figuren, so unterschiedlich sie sind.
01:05:14: Die sind ja noch ständig einfach mal anfangen, aus irgendwelchen Film-Zähnen nachzuspielen.
01:05:20: anstatt ihrer, also das fließt dann so direkt in ihre normale Kommunikation mit ein.
01:05:25: und also ich bin ja jemand, der schon sehr früh irgendwie so in Filmen gelebt hat und ich habe schon in der Grundschule in den Pausen meine Mitschüler davon damit genervt, indem ich irgendwie die gesamte Pause von fünfzehn Minuten den den Film nach erzählt habe.
01:05:39: Voll nervig.
01:05:40: Den ich, muss ich mich heute noch bei meinen alten Freunden entschuldigen.
01:05:44: und da denke ich immer, wenn ich diesen Leuten, das sind ja auch Loser-Typen gewissermaßen, wenn ich den in dieser Serie zugucken, muss ich dann auch immer über mich selbst nachdenken und fragen mich so, wie gesund ist es eigentlich so tief in Serien oder Filmen zu leben wie diese Menschen?
01:06:01: Und deswegen hat mich die auf eine gewisse Art auch bewegt die Serie.
01:06:04: Ja,
01:06:04: allzu nördig ist es immer schwierig, also gerade in der Schule, aber auch danach noch.
01:06:08: Ich finde aber auch tatsächlich, es gibt sogar noch eine Ebene, die da reinspielt, denn dieser Simon kommt aus einer heitianischen Expat-Bubble.
01:06:18: Und das spielt auch noch eine Rolle, wie er darin agiert, wie die versuchen, sich ihr Leben in den USA zu gestalten.
01:06:25: Und er ist halt eigentlich ein bisschen als hoffnungsfähiger Geil, weil theoretisch der Schauspielstar hätte werden können, das aber nicht geschafft hat und so weiter.
01:06:31: Und da gibt es auch ein paar Szenen, die sind sehr beeindruckend.
01:06:34: Ich verändere das jetzt, glaube ich, auch so, dass Herr Ithiana waren, diejenigen, die den Donald Trump unterstellt hat, dass sie Hunde und Katzen essen oder so was.
01:06:41: Ja, ich
01:06:42: glaube, ja.
01:06:43: Von daher spielt auch noch so ein bisschen Gesellschaftskritik mit rein.
01:06:47: Wie geht's?
01:06:48: wie geht Amerika mit seinen Minderheiten um und so weiter.
01:06:50: Also das ist richtig vielschichtig diese Serie.
01:06:52: Also gerade für eine super Helden-Serie ist die sehr, sehr vielschichtig.
01:06:57: Aber das ist nicht das Einzige.
01:06:58: Ich finde wirklich sehr, sehr, sehr viel.
01:07:00: Und achtet Leute, achtet, falls ihr noch nie von der Dormen-Klausel gehört habt, sie wird euch umhauen.
01:07:06: Du spielst auf eine Stand-alone-Folge.
01:07:09: Eine Stand-alone-Folge, sowas.
01:07:11: Also ich sage da nicht mehr darüber.
01:07:13: Wahrscheinlich existiert sie in der Realität nicht, aber es ist ein toller Twist.
01:07:17: Das ist die dritte Folge.
01:07:18: Toller
01:07:19: Twist.
01:07:20: Auf jeden Fall solltet ihr, wenn ihr Disney habt, Wonder Man eine Chance geben.
01:07:25: Das ist wirklich eine sehr außergewöhnliche Serie.
01:07:28: Wir hätten sie eigentlich nach vorne setzen müssen, weil wenn wir so ein bisschen ranken, was die empfehlenswerteste Serie unserer heutigen Folge ist, dann ist das Wonder Man für mich.
01:07:38: Okay, das ist eine Aussage.
01:07:39: Das ist doch meine Aussage.
01:07:41: Würde dir auch nicht unbedingt widersprechen.
01:07:44: Danke.
01:07:44: Ja, damit geht unser butter Serienstrauß unsere kleine Weltreise von heute zu Ende.
01:07:51: Auch eine noch der Streaming Podcast kommt zurück am Freitag dem zwanzigsten Februar und wenn ihr das nicht verpassen wollt, dann macht einfach hier ein Häkchen hier bei unserem Podcast an eurem Podcast Player, also Apple Podcast oder wo immer ihr uns hört.
01:08:10: Dann werdet ihr automatisch über neue Folgen informiert, wenn sie verfügbar sind.
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01:08:41: und natürlich auch darüber, wenn ihr uns ganz analog im Freundes- und Bekanntenkreis Weiter empfiehlt.
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01:08:55: Freuen wir uns drauf.
01:08:56: Genau, macht's gut und bis dann vielleicht bei etwas erträglicherem Wetter.
01:09:01: Das ist schön.
01:09:01: Bis dann, ciao.
01:09:02: Macht's gut.